130. Tipp: Verkäufer – sein oder nicht sein

Ist es nicht erschreckend? Jeder Beruf ist in Deutschland besser als der von einem „Verkäufer“.
Ohne einer Sparte zu nahe treten zu wollen, es scheint besser, angesehener zu sein Müllmann, Arzt oder Buchhalter (ja sogar Beamter) zu sein, aber bloß kein Verkäufer.
Und wenn man dieses Leid, äh diesen Beruf nun mal hat, stehen auf der Visitenkarte die phantasievollsten Umschreibungen, z. B. Firmenrepräsentant, Berater, Gebietsleiter.

 

a) Beruf

Der Beruf des Verkäufers ist der älteste der Welt .. Beamte, IT-Spezialisten kamen erst sehr viel später. Ob nun eine Ware oder eine Dienst-Leistung, wir Menschen haben schon immer getauscht und seit dem es Geld als Tauschmittel gibt, verkauft. Der Tauscher bzw. Verkäufer hatte so viel von etwas, dass er es erstens hergeben konnte und zweitens, dass er sich damit so gut auskannte, dass er beraten, verbessern, usw. konnte, z. B. ein Weinhändler.
Ist es etwas schlechtes, ein Profi zu sein und das womit man sich auskennt zu verkaufen?

 

b) Titel

Ich bekomme ja von vielen Menschen Visitenkarten. Mich interessiert zuerst der Titel des Berufs. Mir gefallen die Karten, wo ganz klar drauf steht „Verkäufer“. Da kann gerne noch ein Zusatz kommen, wie z. B. der Fachbereich oder das Gebiet. Dennoch, da steht ganz klar und selbstbewusst „Verkäufer“ drauf.
Ein „Repräsentant“ repräsentiert (vorrangig), ein „Berater“ berät (vorrangig)
./. ein „Verkäufer“ verkauft (vorrangig). Bei dem was er vorne tut, kommt hinten was bei raus. Das heißt dann Umsatz machen.
Ist es etwas schlechtes, durch sein tun, repräsentieren, beraten, informieren und letztendlich verkaufen, mehr Umsatz zu machen?

 

c) Einstellung

Manche, okay wenige, sind stolz darauf, ein „Verkäufer“ zu sein.
Einige verkaufen zwar und handeln wie ein Verkäufer, wehren sich aber mit Händen und Füssen „Verkäufer“ genannt zu werden.
Viele fühlen sich in ihrer Komfortzone wohl und haben noch nicht verstanden, dass jeder!!!!! im Unternehmen ein „Verkäufer“ ist.
Die erste Gruppe = Juhuuu. Ich wünsche jedem Unternehmer ein ganzes Team von Verkäufern mit Leib und Seele.
Die zweite Gruppe – sagen wir mal so, wenn’s hinten raus passt, kann man als Unternehmer wohl damit leben.
Die dritte Gruppe = ein kritischer Erfolgsfaktor.
Wer nicht die Einstellung zum verkaufen hat, der verkauft auch nicht. Und wenn, dann eher zufällig. Uff, unternehmerisch beides nix, was man als Unternehmer braucht. Verkaufen darf kein Glücks-Spiel sein. Das spürt der Kunde und dann „spielt“ er doch lieber mit jemand, der in seinem Bereich ein erfolgreicher Profi ist.

Ist es etwas schlechtes, dass alle im Unternehmen – Außendienstmitarbeiter, Innendienstmitarbeiter, Aushilfen, Führungskräfte, Auszubildende, Techniker, Putzfrauen, Telefonvermittler, Assistenten, … eben alle – in ihrer Einstellung das Verkaufen leben, um somit gute, langfristige Kundenbeziehungen zu haben?

 

1 x Nein – Das Unternehmen hat (bald) ein Problem.

2 x Nein – Problem erkannt, aber (noch) nicht gebannt.

3 x Nein – Fette Beute!

 

Machen Sie’s gut!

 

 

 

Ela Starkmann
Coachingexperte

 

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